Reiseberichte 2018

Hier finden Sie unsere aktuellen Reiseberichte und die Berichte und Erlebnisse unserer Volontäre.

Unsere Tierschutzreise vom 17. bis 22.06.2018 nach Xanthi

Liebe Besucher,

da die Vorbereitungszeit sehr viel Zeit in Anspruch genommen hat und vieles noch zu erledigen war, können wir leider erst heute Tag 1 unserer Xanthi Reise posten.
Auch wollten wir nicht nochmals um Hilfe oder Spenden bitten für all die armen Seelen, die auf uns hier warten würden, da bisher kaum mehr Spenden eingehen, gerade für dringend ntwendige Hilfe.
Schon während der Fahrt nach Xanthi trafen wir viele ausgesetzte und um Futter bettelnde Hunde..
Alles was wir dabei hatten, wurde natürlich sofort an Ort und Stelle verteilt.

Am 17.06. dann gegen Abend fuhren wir nur 6km weiter um etwas eigentlich für uns, zu essen zu besorgen.
Stattdessen wurde das meiste denen gegeben, die Hunger hatten.
Wir nahmen dafür gern nur einen Teller Suppe und etwas Brot zu uns. Aber mit einem Gefühl etwas gutes getan zu haben, waren wir zufrieden.

Während unseres 5tägigen Besuch in Xanhi, waren wir natürlich auch bei unseren Fellnasen in der Station um wieder nach dem rechten zu sehen.
Wir wurden von allen freudig begrüßt.
Lange nicht gesehen und doch wieder erkannt.
Natürlich wurde erst geschnuppert und Lekerlis mussten sofort verteilt werden. Man muss sich ja schließlich mit Bestechung das Vertrauen erkaufen
Nachdem ich mit einer Tierschutzhelferin auch die Hütten von der Wandseite unter die Bäume verlagert habe, wurden anschließend auch die Wasserbecken, von denen es leider nur noch zwei gibt, wieder aufgefüllt, damit unsere Hunde auch baden können.

Auch unsere Aussenpflegestelle haben wir besucht und natürlich gleich auch einen Teil des Futter mitgebracht.

Den Fellnasen dort, geht es besser als in unserer Station, da sie täglich mit Menschen zusammen sind und auch bereits Erfahrungen im Zusammenleben mit Menschen im Haus machen konnten.
Doch auch sie warten sehnsüchtig, endlich ein eigenes zuhause zu finden.

Einige unserer Fellnasen, die glücklich waren, uns erneut zu sehen.
Besuch kommt im Moment leider selten.

Sie alle sind ohne Hoffnung.
Die Probleme reißen nicht ab. Traurig der Blick in ihren Augen.
Sie brauchen eine Chance, dringend.

Babsi und Glyka sitzen traurig in ihren Hütten. Gregor kommt nicht mal mehr in unsere Nähe, genau wie Sugar.

Daher suchen wir dringend für unsere letzten 18 Fellnasen einen Pflegeplatz oder einen Endplatz .

In der Station haben wir uns natürlich alle Hunde angeschaut und Lucy, die Schwester von Billa, welche bereits seit September 2017 bei uns in Deutschland ist, ging es nicht so gut.
Sie machte einen eher schlappen Eindruck.
Ob von der Hitze konnten wir nicht wirklich einschätzen, also wurde sofort ein Termin bei der Tierärztin gemacht und Lucy am nächsten Tag zu ihr gebracht.
Ein sofortiges Blutbild im eigenen Labor zeigte erhöhte Werte.
Lucy wurde behandelt und konnte vorerst wieder entlassen werden.
Sie steht unter Beobachtung.

Sollte sich ihr Zustand nicht bessern, muss sie nochmals zum Tierarzt für weitere Behandlungen.

Heute Tag 2 unserer Tierschutzreise nach Xanthi.
Wir hatten uns sehr viel vor genommen, doch wie immer hat der Tag zu wenig Stunden. Auch das Wetter meinte es nicht gut mit uns. Ein paar Stunden konnte man Tag von Nacht nicht mehr unterscheiden.
Doch viel schlimmer war der Tag in den Bergen.
Viele ausgesetzte und auch kranke Hunde, die uns in der Nacht noch verfolgen werden.
Sofia und wir haben zusammen Futter verteilt, geschaut welche Hunde verletzt und dringend Hilfe benötigen. Morgen werden wir nochmals in die berge fahren, um zwei Hunde dort abzuholen. Ein weiterer war durch das schwere Gewitter und den Regen nicht auffindbar.
Viele Hunde waren daher auch nicht an ihren Plätzen, sie haben Schutz in den Gebüschen und unter Baumgruppen gesucht.

Eine Hündin sitzt an der Schnellstraße von Xanthi. Doch sie sitzt nicht weil es dort schön ist.
Sie trauert. Endlose Trauer eines Hundes, weil man ihr Junges überfahren hat.
Das Kleine liegt neben ihr und sie verlässt den Ort nicht seit drei Tagen.
Immer wieder versucht sie das Junge zu bewegen, es wach zu bekommen.
Die Hündin ist Mutter von 4 Welpen ca. 4 Monate alt. Ihre anderen Jungen hat sie vernachlässigt, weil sie versucht, diesem einen zu helfen.
Um die Hündin vor dem gleichen Schicksal zu bewahren, fassen wir einen traurigen Entschluss.
Mit viel Mühe, können wir sie mit Futter von der Stelle weg locken , um das Kleine von der Stelle zu nehmen, damit der Mama das gleiche Schicksal erspart bleibt

Und noch ist der Tag heute nicht zu Ende.
Von den Bergen geht unsere Fahrt weiter durch Xanthi. Nicht die Stadt, sondern die Bezirke in welchen jetzt viele Hunde seit mehreren Monaten entsorgt werden. Dort wo die wenigsten überhaupt gefunden werden.
Nur einigen Frauen ist es zu verdanken, welche ständig unterwegs sind um verlassene Tiere zu finden. Neue Futterstellen werden eingerichtet und sie brauchen Hilfe, für die Verletzten und Kranken.
Hilfe, ist ein denhbares Wort. Doch wer soll ihnen helfen? Die, die es sowieso nicht interessiert, die, deren Mentalität keine Hilfe zulässt, oder die Gleichgültigen, die froh wären, wenn es keine Hunde oder Katzen mehr auf den Strassen gäbe ?! Wut macht sich breit, auch bei uns, denn das Elend wächst von Tag zu Tag.
Du schaust in die Augen dieser Wesen, siehst ihre Verzweiflung, ihre Angst, ihre Hoffnungslosigkeit,ihre Trauer, ihre Schmerzen. Ja und du stehst da und schaust und wünschst dir, du hättest einen Wunsch frei.
Doch dein Kopf sagt , tu was, tu einfach was du kannst und hoffe, das ein Wunder geschieht. Und du tust alles, was du in jener Sekunde eben tun kannst. HELFEN

Und nun wünschen wir euch eine gute Nacht.
Unser Tag beginnt morgen mit dem Besuch unserer Station. Anschließend werden wir Medikamente besorgen und wenn alles gut geht, uns mit den Frauen treffen, welche die Hunde in den Bergen versorgen.
Danach haben wir um 13 Uhr einen wichtigen Termin mit dem Bürgermeister einer Gemeinde, mit welcher wir auch künftig zusammenarbeiten möchten und es wird auch das Thema Kastrationen ein wichtiger Punkt sein.
Danach werden wir wieder in die Berge fahren um den Kranken zu helfen bzw. zwei abzuholen, damit sie behandelt werden können.
Am späten Abend, so wie heute, werden wir euch berichten.
Das sind unsere drei dringenden Notfälle von heute.

Während meiner Reise, wurde ich auch gebeten mir die Arbeit von Güliy anzusehen.
Sie kämpft täglich zusammen mit einer älteren Frau, um Hunde, welche massenhaft in den Bergen von Xanthi ausgesetzt werden.

Ich durfte Güly dann für ein paar Stunden in den Morgenstunden begleiten.
Mit Futter bewaffnet, fuhr ich zum Treffpunkt in die Berge, 2km von meiner Unterkunft entfernt.
Gemeinsam fütterten wir die Hunde.
Viele von ihnen sind krank, da im Moment eine Epidemie grasiert.
Viele der Hunde haben Psoria und dazu auch Ehrlichiose.
Güliy bringt die meisten sofort zum Tierarzt wo sie behandelt werden können.
Danach geht es zurück in die Berge, denn die Tierärzte können nicht alle Hunde über längere Zeit in der kleinen Praxis aufnehmen.

Hunde mit gebrochenem Bein. Eine sehr liebe Schäferhündin, die schwer misshandelt in den Bergen abgeladen wurde.

Güliy brachte sie sofort zum Tierarzt, wo man ihr ein Auge entfernen musste.

Jetzt lebt sie wieder in den Bergen und Güliy hofft, das sie ein zuhause finden kann.

 


So hat sie einen abgeschiedenen Platz, wo sie die Kranken separat versorgen kann, bis sie gesund sind.
Etwas Futter bekommt sie von einer Tierschutzgruppe in Xanthi, welche ebenfalls versucht den Hunden von Güliy zu helfen.

Aber es fehlt dauerhaft an Futter und Medikamenten.

 

Diese Frau tut alles,um denen zu helfen, die keiner mehr will.

Bericht Xanthi Neele & Lena - Februar 2018

 

Am Donnerstag den 8. Februar ging es für Lena und mich auf nach Xanthi. Wir landeten um 17 Uhr in Thessaloniki wo wir uns direkt ein kleines Auto mieteten. Da ich bereits vor 2 Jahren schon einmal alleine in Xanthi war, wollte ich gerne die Leute die ich kennenlernen durfte besuchen und die Gegend erkunden, was zu zweit auch gleich viel mehr Spaß macht. Am Freitag gingen wir direkt zu Sofia Pampoukidou. Sie freute sich sehr uns zu sehen und ging direkt mit uns zu ihren Hunden um uns ihre neuen Hunde zu zeigen; u.a. Nelly die sie liebevoll „Dreifuß“ getauft hatte, die kleine Gina und die wunderschöne Dobermann Hündin Christie. 

Die folgenden Tage halfen wir Sofia mit der Pflege ihres Grundstücks und gaben den Hunden viel Aufmerksamkeit, die sonst natürlich oft zu kurz kommt, da Sofia sich nun mal alleine um ihre 8 Hunde kümmern muss, was sie aber trotz der Widrigkeiten mit Hingabe tut. 

Wir sortierten die Transportboxen der Vierbeiner für den Weg von Griechenland nach Deutschland, sowie die Halsbänder, Hundedecken, Näpfe und andere Utensilien die von all den vielen lieben Menschen, die die griechischen Fellnasen unterstützen, gespendet wurden.

Am Sonntag nahm uns Vicky dann mit zum Grundstück der Organisation. Alle Hunde freuten sich riesig auf Vicky, was zeigt, wie liebevoll sie sich um sie kümmert. 

Als sich alle Hunde dann wieder von der Aufregung beruhigten, entpuppten sich schnell die wahren Schmusetiger der Gruppe und die eher schüchternen, die sich den Besuch erstmal aus der Ferne anguckten.

Vicky erklärte und zeigte uns eine Menge wissenswertes über die Hunde, welche sie wirklich gut kennt und zu behandeln weiß. Bei einer so großen Gruppe ist es wichtig die Verhaltensweisen der einzelnen Hunde zu kennen, damit sie ein friedliches Zusammenleben führen können. Doch viele der Hunde sind nicht für diese Umstände gemacht. Sie sehnen sich nach einem liebevollen Zuhause, wo Streicheleinheiten auf sie warten. Gerade die kleinen Hunde gehen in dem Getummel unter und brauchen dringend die Aufmerksamkeit, die sie verdienen. Wobei jeder Hund, egal welcher Größe, unsere kraulenden Hände suchte oder sich dankbar über unsere Leckerchen aus Deutschland freute.

 

Während sich Vicky also um die tägliche Arbeit -wie z.B. Käfige sowie Futternäpfe säubern und das Füttern der Hunde- kümmerte, hatten Lena und ich Zeit uns die Hunde genauer anzuschauen, mit Ihnen zu spielen und sie zu kraulen. Dabei sind tolle Fotos entstanden, die hoffentlich dabei helfen bessere Eindrücke von den Hunden zu bekommen und ihnen so ein Zuhause geben zu können. 

Zu Vicky’s täglichen Aufgaben gehört neben dem säubern und füttern, auch die Vergabe der Medikamente, weshalb sie zur Zeit auch 2x täglich den Weg von 30 Minuten zum Grundstück auf sich nimmt, um Frodo und Maxi die Leishmaniose Medikamente geben zu können.

Den nächsten Tag verbrachten wir in der Tierarztpraxis von Sapfo, wo wir gleich mehreren Kastrationen und dringenden Notfällen zusehen konnten. Der Großteil der Besucher waren jedoch wie erwartet Straßenhunde oder Hunde aus dem Shelter. Allen wurde mit fachlicher und liebevoller Hand geholfen, jedoch blieb der bittere Beigeschmack, da wir wussten, dass sie nach der Behandlung zurück in einen Zwinger oder auf die Straße gesetzt werden, da sie kein zu Hause haben, welches auf sie wartet. Darunter auch ein kleiner 4 Wochen alter Welpe, der tragischer Weise viel zu früh von seiner Mutter getrennt wurde und die nächsten Wochen nun in einer kleinen Box im Shelter verbringen wird. 

 

Unsere Woche in Xanthi neigt sich nun dem Ende zu und wir hoffen durch unsere Erfahrungen noch mehr Menschen dazu bewegen zu können, sich für den Tierschutz zu engagieren und durch die vielen neuen Fotos neue Paten, Pflegestellen oder vielleicht sogar Adoptiveltern zu finden. Am Freitag werden uns nun Leyla und Prince, sowie zwei weitere Hunde aus Thessaloniki nach Düsseldorf begleiten, die sich auf ein schönes Zuhause freuen dürfen. 

 

Viele Grüße von Lena & Neele